Bucht auf Lanzarote

Lanzarote ist die östlichste der Kanarischen Inseln und liegt näher an Afrika als an Europa.

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Lanzarote ist die östlichste der Kanarischen Inseln und liegt näher an Afrika als an Europa. Gut 130 Kilometer sind es bis zur marokkanischen Küste, und manchmal trägt der Wind feinen Saharastaub herüber, der den Himmel milchig färbt. Die Einheimischen nennen das „Calima“.

Wer zum ersten Mal ankommt, glaubt sich auf einem anderen Planeten. Zwischen 1730 und 1736 brachen hier über sechs Jahre lang Vulkane aus und begruben rund ein Viertel der Insel unter Lava und Asche. Heute ist das Gebiet der Timanfaya-Nationalpark: eine Landschaft aus Schwarz, Rostrot und Ocker, in der wenige Meter unter der Oberfläche noch immer Hitze aus dem Erdinneren steigt.

Dass Lanzarote nicht zugebaut wurde wie viele andere Urlaubsinseln, verdankt sie vor allem einem Mann: dem Künstler César Manrique. Er setzte sich dafür ein, dass Häuser niedrig und weiß blieben, mit grünen oder blauen Fensterläden, und dass keine Werbetafeln die Landschaft verschandeln. Seine Werke wie die Jameos del Agua in einer Lavahöhle oder der Aussichtspunkt Mirador del Río verschmelzen so selbstverständlich mit der Natur, dass man kaum merkt, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Seit 1993 ist die ganze Insel ein UNESCO-Biosphärenreservat.

Besonders erstaunlich ist La Geria, das Weinanbaugebiet im Inselinneren. Jeder Rebstock wächst in einer eigenen Mulde in der schwarzen Vulkanasche, geschützt von einer halbrunden Mauer aus Lavasteinen gegen den ständigen Passatwind. Die Asche speichert den nächtlichen Tau, und so gedeiht ohne Regen ein Wein, der nach Sonne und Stein schmeckt.

Und dann sind da die Buchten. Hinter schwarzen Klippen öffnen sich plötzlich kleine Strände mit hellem Sand und Wasser in allen Schattierungen von Türkis bis Tiefblau. Wer dort am späten Nachmittag sitzt, wenn die Ausflügler gegangen sind, hört nur noch die Brandung und den Wind. Dann ist Lanzarote genau das, was es sein will: rau, still und unvergesslich.